25 Jahre Holocaustgedenkveranstaltung an der RS plus und FOS Untermosel
Heute, am 27.01.2026, wurde zum 25. Mal an der RS plus Untermosel in einer Gedenkveranstaltung an den Holocaust und an die Gräueltaten der Nationalsozialisten erinnert.
Im Mittelpunkt standen die unterschiedlichen Wege des Erinnerns in den letzten 25 Jahren an der Schule. Lea Scherhag, Fachschaftsleiterin der Gesellschaftslehre, beschäftigte sich intensiv mit ihrer 10. Klasse damit. Dabei entstand eine Ausstellung über die letzten 25 Gedenkveranstaltungen an der Schule, ein digitaler interaktiver Rundgang durch das jüdische Leben in Kobern-Gondorf und ein Film.
Viele ehemalige Schulleitungsmitglieder und ehemalige Kollegen und Kolleginnen, die diese Gedenkarbeit über Jahre mit begleiteten nahmen neben Gästen aus Politik, der Kirche und der jüdischen Gemeinde an der offiziellen Veranstaltung teil. Nachdem Joachim Schmitz und Christian Oberle mit „Von guten Mächten“ das Publikum musikalisch einstimmten, begrüßte Ralf Heuft, der Schulleiter dieser Schule, die Gäste und machte deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit diesem zeitgeschichtlichen Abschnitt an Schulen mit Schülern gerade in der aktuellen Zeit ist. Werner Daiber, Helga Weichelhöfer und Anette Schröter, die 2001 gemeinsam mit SchülerInnen das erste Mal eine Erinnerungsveranstaltung zur Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz gestalteten, nahmen in ihren Reden das Publikum gedanklich mit in dieses besagte Jahr zurück. Zwei neunte Klassen griffen damals die Frage, was war geschehen, auf und machten sich auf den Weg in zwölf Dörfer, ihre Heimatdörfer an der Untermosel, um all die Zeitzeugen aufzusuchen, die noch von der Zeit des Nationalsozialismus erzählen konnten. Es entstand eine beeindruckende bebilderte Dokumentation mit dem schlichten Titel „Jüdisches Leben an der Untermosel“, die sogar in den Bestand der Landeszentralbibliothek in Koblenz aufgenommen wurde.
Seither wurden Ausstellungen unter anderem über Anne Frank oder auch Jehuda Bacon gezeigt, Politiker zu Diskussionsrunden eingeladen, Filme gedreht und gezeigt, eine schuleigene Gedenkstätte eingerichtet, ein Zeitzeugenkreis entstand, 23 Stolpersteine für die Familien Koppel (8 Stolpersteine), Wolff (10 Stolpersteine) und Grünewald (5 Stolpersteine) wurden verlegt, Besuch aus Israel und den USA empfangen und 2023 wurde gemeinsam mit Ortsbürgermeister Michael Dötsch (am Fährbrunnen) von Kobern- Gondorf eine Informationstafel eingeweiht. Sie informiert über das Jahrhunderte währende Zusammenleben jüdischer und christlicher Familien im Ortsteil Kobern, wie das der Familien Koppel, Wolff und Grünewald.
Die beiden Schülersprecherinnen Viyan Marko und Paula Rogala betonten in ihrer Rede die hohe Bedeutsamkeit des Erinnerns an diese schreckliche Zeit.
„Uns bereitet es große Sorgen, wenn wir teilweise die politische Entwicklung von Deutschland, innerhalb der EU und auch weltweit beobachten, da rechte und autoritär geprägte politische Haltungen erstarken. 20,8 Prozent der Wählerstimmen hat die AfD bei der letzten Bundestagswahl bekommen.“ (…) „Umso wichtiger ist es sich immer und immer wieder für Demokratie und Freiheit stark zu machen und dafür zu kämpfen.“


